Thomas Kutschaty zu Gast in Morsbach

5. September 2020

Thomas Kutschaty schüttelt den Kopf. Eben noch ist der Schwerlastverkehr in Morsbachs Mitte nur ein Gesprächsthema von vielen gewesen, jetzt hat der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag auf dem frisch sanierten Milly-la-Forêt-Platz plötzlich die Lastwagen vor der Nase und deren Rauschen im Ohr. Auf Einladung des Kreisverbandes der SPD hat der frühere Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen am Freitag Oberbergs kleinste Gemeinde und auch den größten Arbeitgeber dort besucht. In den Hallen des Automobilzulieferers Montaplast geht es unter anderem um den schweren Verkehr, den diese Produktionsstätte auslöst.

„Zudem hat mich interessiert, wie ein weltweit agierendes, aber familiengeführtes Unternehmen durch die Corona-Krise kommt“, nennt Kutschaty ein weiteres Thema, bevor er sich von Morsbachs Bürgermeister Jörg Bukowski, Michaela Engelmeier, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Bezirks Mittelrhein, Tobias Schneider, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Kreistag, und Landratskandidatin Tülay Durdu zu einem Spaziergang durch die Ortsmitte und den ebenfalls sanierten Kurpark einladen lässt. Die Mitte frei vom Verkehr zu bekommen, das sei ein großes Vorhaben, werde sie zur Landrätin gewählt, betont Durdu, die mit der SPD nicht nur die eigene Partei vertritt, sondern auch gemeinsame Kandidatin für die Grünen und Die Linke ist. „Dann müssen wir prüfen, ob es alternative Strecken gibt, um Morsbach an die Autobahn anzubinden“, sagt die Bewerberin.

Tobias Schneider, der zudem im Morsbacher Gemeinderat sitzt, will ebenso den Verkehr angehen. „Aber erst warten wir ab, bis die Landesstraße 336 fertiggestellt ist und wie sich der Verkehr dann entwickelt.“ Er freut sich, dass er bei Landtagsmann Kutschaty auch mit Schulthemen auf ein offenes Ohr stoße: „Wir müssen unsere Schule als Sekundarschule erhalten und den Ausbau des Berufskollegs in Morsbach vorantreiben.“

Für den gebürtigen Essener Thomas Kutschaty ist die Stippvisite in Oberbergs Süden „bestimmt der 80. Wahlkampf-Termin in den vergangenen fünf Wochen“, danach geht es nach Hamminkeln. Vor den Toren der Firma Montaplast hat er ungewollt Ruhe: „Dort ging mein Handy nicht mehr.“ So sei – neben dem Verkehr auf der Straße – der digitale Verkehr für eine Gemeinde wie eben Morsbach ein ebenso wichtiges Thema in der weiteren Entwicklung ländlicher Gemeinden.

Quelle: Oberbergische Volkszeitung vom 05.09.2020, Jens Höhner