Tülay Durdu will viel verändern

29. Juni 2020

Fotos: Peter Notbohm --- Tülay Durdu (3.v.li.) möchte im Wahlkampf vorneweg marschieren und mit Hilfe einer "geballten Ladung Expertise" aus SPD, Grünen und Linken den amtierenden Landrat Jochen Hagt ablösen.

Die Landratskandidatin von SPD, Bündnisgrünen und der Linkspartei startete im Naturerlebnispark Panarbora ihren Wahlkampf.

Jung, dynamisch, ausdauernd, kraftvoll und ein Fan von Pilotprojekten – so stellte sich Tülay Durdu bei ihrem gestrigen Wahlkampfauftakt im Waldbröler Naturerlebnispark Panarbora dar. „Im Oberbergischen gibt es sehr viel Potenzial, das brachliegt. Ich will die Ärmel hochkrempeln und anpacken“, sagte die gemeinsame Landratskandidatin des Dreierbündnis von SPD, Grünen und Linkspartei.

Eingeladen zu der Auftaktveranstaltung im Kreissüden waren mehrere Mitglieder aller drei Parteien zu einem Spaziergang über den Baumwipfelpfad des Naturerlebnisparks sowie auf den 40 Meter hohen Aussichtsturm. Auf der 1,6 Kilometer langen Strecke waren fünf Stationen aufgebaut worden, an jeder wurde über eines der fünf strategischen Ziele referiert, mit denen sich Durdu im anstehenden Wahlkampf gegenüber dem amtierenden Landrat Jochen Hagt positionieren will.

Den Auftakt bildete das Thema Mobilität: Das Steckenpferd der 45-jährigen Rösratherin, die sich als Referentin für Marketing und Vertrieb beruflich intensiv um die Segmente „Öffentlicher Personennahverkehr“ und „Alternative, umweltfreundliche Antriebe im Busbereich“ kümmert. Dr. Alfred Kraft, Mitglied des Förderkreises der Wiehltalbahn, Eike Schmilinsky vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) und Dennis Köster von Cyclers Place gaben Durdu aus ihrer Sicht dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen zur Verkehrswende – vom Ausbau der Radwege über bessere ÖPNV-Verbindungen und die Reaktivierung der Wiehltalbahn – mit auf den Weg. „Das sind alles Themen, mit denen man anfangen muss, und das will ich“, sagte Durdu.

Ein weiteres Thema ihrer Agenda soll genießbare Natur sein. Marc Zimmermann, Wildnispädagoge und Sprecher der oberbergischen Grünen, erhofft sich von einer Landrätin Durdu ein stärkeres Umweltbewusstsein, gerade bei jungen Menschen. Ein Beispiel hierfür lieferte der Bioland-Imker Sebastian Klein. Gestärkt werden soll aber auch das Thema Wohnen. Uwe Söhnchen, Chef eines Krankenpflege-Dienstes und Julia Anna Ortner, Gründerin von mihome, stellten ihre Ideen und Projekte vor. „Ich bin ein großer Fan von Pilotprojekten, aber man muss diese managen und sich auch für sie einsetzen“, so die Landratskandidatin.

Die nächste Station gehörte wieder zu ihren Paradedisziplinen. Über das Thema Arbeit wurde mit Haydar Tokmak, IG Metall, dem Unternehmer Benjamin Stamm und dem Schreiner Björn Ruland gesprochen. Durdu, selbst über 20 Jahre Mitglied der Gewerkschaft ver.di, will sich mit einer vorsorgenden und nachhaltig ausgerichteten Wirtschaftspolitik positionieren: „Derzeit wird vieles auf Corona geschoben. Ich will mich für Verbesserungen einsetzen.“

Kümmern will sie sich auch um das Thema Versorgung. Hier outete sich die 45-Jährige im Gespräch mit Bernadette Reinery, Pflegedienst Reinery, Ralph Krolewski, Hausärzteverband Oberbergischer Kreis, sowie Roland Adelmann, Chefarzt der Kinderklinik am Kreiskrankenhaus Gummersbach, als großer Unterstützer der Telemedizin und will sich unter anderem für einen Ausbau der lokalen Gesundheitsversorgung einsetzen.

Auf die Frage, wie sie ihre vielen Ideen finanziell umsetzen wolle, sagte sie, dass sie bei einer Wahl natürlich erst einmal einen Kassensturz machen müsse, wichtig sei aus ihrer Sicht aber, die Themen anpacken zu wollen. Anders als die Runde über den Baumwipfelpfad werde der Wahlkampf kein Spaziergang. Durdu sieht aber „ein starkes Bündnis mit starken Personen“ hinter sich. Mit dem amtierenden Landrat wolle sie sich nicht vergleichen, sondern eigene Akzente setzen, sich bürgernah zeigen und mit „Fachwissen und Können“ überzeugen. „Ich freue mich, wenn ich ab dem 13. September mit euch für einen besseren Oberbergischen Kreis arbeiten darf“, gibt sie sich selbstbewusst.

QUELLE & BILDER: Peter Notbohm – Oberberg-Aktuell vom 23.06.2020